Dein Ludwig iſt gut durch und durch, ich nähm' ihn heute zum Mann, wenn Du ihm den Laufpaß geben ſollteſt. Ach, Tante Helolſe hat Recht; es iſt etwas reizend Unconfirmirtes in ſeinem Weſen!
Jedenfalls find' ich es unter den Kanonen ungerecht vom Vater, daß wir für Deine Liebesgeſchichte mit ein⸗ ſitzen ſollen, ſagte Helene mit trocknem Jammer.— Er hätte Dich ja allein in eine Dachkammer ſperren können!
Mach' ihm den Vorſchlag! rief Eliſabeth munter. Nur riskirſt Du freilich dabei, daß er gegen Dich und Lueinde gleichfalls das pennſylvaniſche Zellenſhſtem in Anwendung bringt. Nein, da will ich Euch einen klüge⸗ ren Rath geben! Wir machen zunächſt bonne mine à
mauvais jeu und benutzen unſer Hausmädchen Friederike zur Communication mit der Außenwelt; ſie iſt treu, klug und zuverläſſig und wird uns gewiß die beſten Dienſte leiſten. Unſere beiden Ritter Conſtantin und Ludwig mögen dann das Ihre thun zu unſerer Er⸗ löſung.
In einigen Tagen iſt Onkel Cyprian's fünfundſechzig⸗ ſter Geburtstag! jubelte Lucinde.— Dann giebt's das große Familienfeſt wie in jedem Jahre, und eher würde Vater ein Loch in die Brandmauer ſeines Hauſes bre⸗ chen laſſen, um ſich den Weg zu ihm zu bahnen, als daß er an dieſem Tag verſäumte, dem Bruder zu gra⸗ tuliren und bei Tiſche dem Haupt der Familie zur


