didat eines geiſtlichen Miniſterii dieſe günſtige Wendung in ſeinem Verhältniß zu der ſchönen Widerſpänſtigen bemerkt, ſo war er auch ſchon wieder der alte Menſch des beſchränkten Geiſtes und der eitlen Selbſttäuſchung, ſo daß er Anna's freundliches Weſen für baare Münze nahm und ſich ſogar noch einbildete, ſein perſönliches Verdienſt allein und höchſtens eine beſſere Erkenntniß ihrer Lage, eine richtigere Würdigung der äußeren Um⸗ ſtände habe dieſe ſchnelle Umwandlung in ihrer Sinnes⸗ art bewirkt und ihm ſchließlich dieſe glänzende Genug⸗ thuung verſchafft.
Zum Glück für Anna wollte er diesmal klüger ſein wie früher und ſich weniger aufdringlich zeigen, damit ſie nicht, durch ſein Drängen eingeſchüchtert, in den vo⸗ rigen Trotz zurückfalle; unter dem Einfluß einer ſanften Gewohnheit ſollte ſich die günſtige Stimmung für ihn
immer mehr in ihrem Gemüth befeſtigen und ihr Herz
ſich mählig aber ſicher mit dem holden Gedanken ver⸗ traut machen, in ihm, und nur in ihm allein den künf⸗ tigen Auserwählten zu erblicken.
Madame Franke bot ihrerſeits Alles auf, ihren chriſt⸗
lichen Freund und Seelentroſt in ſeiner frommen Ge⸗ duld zu beſtärken und ihm dieſe Prüfungszeit dadurch zu verſüßen, daß ſie ihm von Allem, was in Anna's Benehmen und Aeußerungen etwa zu ſeinen Gunſten ge⸗ deutet werden konnte, umſtändlichen Bericht ablegte.


