Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Erde aufbot, um Alles, was auf das angeblich weltliche Treiben in ihrem Hauſe Bezug hatte, im unſchuldigſten Lichte darzuſtellen, ſo war Madame Franke bald feſt da⸗ von überzeugt, daß man ihr die Sache jedenfalls höchſt übertrieben dargeſtellt habe. War doch der vermeinte fremde Opernſänger ein höchſt unſchuldiger Miſſionszög⸗ ling aus dem Wupperthal geweſen, der mit Anna nur in rein geiſtlichen Dingen verkehrt und gewiß auf ihre jüngſte Sinnesänderung den allerheilſamſten Einfluß ausgeübt hatte; und was die abſcheuliche Verleumdung mit dem Opernbeſuch der Schwägerin und dem ſilbernen Lorbeer⸗ kranz anbelangte, ſo brauchte dieſe ſtatt aller Vertheidi⸗

gung nur ihren Freund und chriſtlichen Mitbruder, den

Schneider Pehmüller in der Vorſtadt als Zeugen an⸗ zurufen, daß ſie an jenem Abend der Andachtsübung in

ſeinem Hauſe beigewohnt habe— ein Alibi, wogegen al⸗.

lerdings jede weitere Anſchuldigung verſtummen mußte.

Nicht die Werke, ſondern das Zeugniß gelten dem wahren innerlich durchleuchteten Chriſten für den allei⸗ nigen Glauben; nur Gott prüft Herzen und Nieren, und wer ſagt: ich glaube, der gehört ſeinem Reiche an. Der beſte, der vortrefflichſte Menſch gilt vor Gott Nichts ohne den Glauben.„Thuet Buße und bekehret Euch!“ Nach Mehr fragen wir nicht.

Auch Wulf fragte nicht nach Mehr bei Anna; und kaum hatte der noch vor Kurzem ſo unverſöhnliche Can⸗