Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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ſie gegen den erklärten Günſtling des Hauſes jetzt lange nicht mehr o ſchroff war, als früher; war ſie doch ſo⸗ gar bemüht, ihn durch kleine freundliche Aufmerkſam⸗ keiten ihr voriges kränkendes Benehmen vergeſſen zu machen, womit dann auch wieder— ſelbſt das entging“ der Tante ſcharfem Auge nicht— eine Befangenheit, eine Schüchternheit und ein Inſichgekehrtſein wechſelte, ſo bedeutungsvoll und ſymboliſch, daß man unmöglich eine Frau ſein und alle dieſe gewiſſen Vorzeichen einer erwachenden tieferen Neigung in einem jungen Mädchen⸗ herzen verkennen konnte.— Sie erröthete und ſchrack leiſe zuſammen, wenn nur des Freundes Name genannt wurde; oder ſie lauſchte theilnahmvoll mit feuchten Blicken, wenn Tante wie zufällig ſeine großen geiſtigen und moraliſchen Vorzüge erwähnte, und verſank dann in ein träumeriſch andachtvolles Sinnen mit verklärten Zügen; genug, Anna ſpielte die Rolle der jungfräulich verſchämten „Knospe“ zum ſtillen Triumph der Tante, die in ihrem von Frömmelei und Wunderbekehrungsglauben verblö⸗ Alles für die lautere'Wahrheit nahm, ſo

eiſterhaft, daß ſie oft ſelber im Stillen vor den Fol⸗ gen ihrer und Verſtellungskunſt zitterte und zu⸗ weilen kaum mehr bei Dem, wovon ſie den Schein an⸗ nahm, Wirklichkeit von Täuſchung zu unterſcheiden wußte.

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Da nun auch Tante Helolſe ihrerſeits Himmel und

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