Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Bedrängniß kaum eine andere Wahl mehr, als die ihr

vorgeſchlagene Intrigue durchzuführen und ihre nächſten

Verwandten noch einmal zu täuſchen.— Wie ſie dieſen ſeither ihre wahre Liebe verheimlicht hatte, ſo ſollte ſie ihnen nun eine falſche vorſpiegeln, ſollte durch die Künſte der Coquetterie und Verſtellung einen Menſchen wieder für ſich zu gewinneèn ſuchen, den ſie im Grund ihres Herzens verachtete, den ſie bereits ihren Widerwillen auf ſo empfindliche und verletzende Weiſe hatte fühlen laſſen. Aber in den unnatürlichen, ſo ganz ihrem leicht⸗ blütigen Weſen entgegenſtrebenden Verhältniſſen, in denen ſie aufgewachſen war, gab es wir haben bereits die Probe davon erhalten— eigentlich ſchon geraume Zeit

hindurch keinen andern Grundſatz mehr für ſie, als den

der Selbſthülfe und der Erlöſung um jeden Preis. Seit den letzten Vorgängen mit ihren Verwandten beherrſchte eine grenzenloſe Erbitterung ihr ganzes Denken und Fühlen, ſelbſt der ſo gütige Oheim, der ihr doch dieſe eclatante Satisfaction gegenüber der eignen Gattin, dem eignen Sohne verſchafft hatte, wurde von ihr der Schwäche und Einſeitigkeit beſchuldigt, ſie fühlte überall den Boden unter ihren Füßen wanken, der Gegenſatz zwiſchen ihrem äußeren traurigen Daſein und dem ihrer ſchönen ſchwärmeriſchen Liebe wurde ihr täglich pein⸗ voller und unerträglicher und immer muthiger und ge⸗ faßter blickte ſie in den Abgrund, der ſie nach ihrer