Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Aber wenn nun Wulf, durch mein freundliches Be⸗ nehmen ermuthigt, Ernſt macht? ſtotterte Anna und ſchauderte bei dem bloßen Gedanken an die Möglichkeit dieſes„Ernſtmachens“ zuſammen.

Ach, Du biſt ein Kind! eiferte die Tante mit ver⸗ ſtellter Laune.— Da ſollte Eliſabeth Franke an Deinem Platze ſein, die wüßte ſich beſſer zu helfen! Du aber haſt immer Sentimentalität nöthig, wenn Du den Leu⸗ ten ein 2 für ein U vormachen willſt! Sei doch ver⸗ nünftig, Anna; ein Mädchen von Deinem natürlichen Mutterwitz und Deiner— verzeihe mir das Wort— glücklichen Gabe der Coquetterie braucht doch wahrlich nicht um ein Benehmen verlegen zu ſein, das einem verliebten Pedanten grade ſo viel Hoffnung übrig läßt, als Du für nöthig findeſt, um ihn im Schach zu halten. Heute ſchmollſt Du mit ihm, morgen biſt Du die Lie⸗ benswürdigkeit ſelber; das Einemal ſtellſt Du Dich träu⸗ meriſch, das Andremal zeigſt Du Dich mit Dir ſelber im Widerſpruch— kurz, er muß zuletzt ganz feſt daran glauben, Du liebteſt ihn, und dieſen Glauben läßt Du ihm, bis im nächſten Frühjahr Dein Alfred zurückkehrt und Du in ſeinen Armen den Lohn Deiner Treue und Klugheit findeſt.—

Das waren die Rathſchläge, welche die fromme Tante Helolſe ihrer ſchönen Nichte gab, und Anna, das in der Furcht Gottes erzogene Kind dieſer Welt, hatte in ihrer