Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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meinten Vorſchlag.— Ich ſoll mein eignes Herz verleug⸗ nen und das Nämliche meinem heiligſten Gefühl zuwi⸗ der thun, was ich doch ſeither nur allein um dieſer theuerſten Neigung willen über mich vermocht habe: Heucheln und mich verſtellen Menſchen gegenüber, die kein Herz für mich, kein Verſtändniß für meine Liebe haben!— Nimmermehr! Eher mag ſelbſt Onkel Cyprian mir fluchen und mich aus ſeinem Hauſe verſtoßen, als daß ich meinem Alfred auch nur zum Scheine untreu würde!

Du nimmſt die Sache wirklich viel zu ernſt, mein Kind, ſagte Tante Helolſe mit unerſchütterlicher Ruhe. — Du ſollſt ja Deinem Verlobten nicht untren werden, nicht einmal zum Scheine, verſteh' mich nur recht; Du ſollſt nur gegen Candidat Wulf ein wenig freundlicher thun, allerdings blos zum Scheine, damit Deine Tante einſieht, daß ſie Dir und mir Unrecht gethan hat. Das Uebrige überlaſſe Gott und der Zeit. Auch glaube mir, liebes Kind, ich kenne die Männer beſſer wie Du. Dein Alfred mag das treueſte Herz von der Welt ha⸗ ben, ſo wird er es doch viel lieber ſehen, wenn Du Alles aufbieteſt, um Dich in Deiner gegenwärtigen Po⸗ ſition bis zu Eurer Verbindung zu behaupten, als daß Du durch die Entdeckung Eures geheimen Verhältniſſes einen Stadtſcandal riskirſt, und Onkel Cyprian's Gunſt obendrein.