Was bekümmert Dich, mein Eins und Alles? fragte Ludwig, dem der ſchmerzlich bewegte Ton und der un⸗ ſichere Blick nicht entging, womit ſie Letzteres ſagte.
Ja, Du haſt Recht, das muß gleich zwiſchen uns in's Reine kommen! entgegnete ſie nach einigem Nach⸗ denken lebhaft.— Denn es iſt ja im Grunde die letzte Angelegenheit, die mich noch allein angeht, während Al⸗ les, was nun kommt, uns zuſammen berührt. Und ſo ſag' ich Dir ohne alle Unbeſcheidenheit, daß ich noch ſo recht keine klare Vorſtellung davon habe, was aus dem Kloſterhof werden ſoll, wenn ich Dir angehöre und kei⸗ nem andern Menſchen ſonſt. Die Schweſtern können mit dem Vater ſo wenig. zurechtkommen, wie dieſer mit ihnen; der letzte Halt dieſer ſchwankenden Verhältniſſe, dieſes, ich darf wohl ſagen, auf's Nichts geſtellten Haus⸗ ſtandes geht mit mir verloren; zwar ſoll ſich kein Menſch
in ſeinem Wirkungskreis für unerſetzbar halten, aber in— £ 7
dieſem Falle glaube ich doch beinahe an eine Ausnahme von der Regel, ſo gewiß als ein letzter Anker, der ver⸗ loren geht, das Schiff im Sturme allen Winden und Wogen Preis gibt! Und das ſoll nicht ſein, darf nicht ſein— wie könnten wir unſer eignes ſchönes Glück ſicher gründen auf die Noth und Verlaſſenheit der Mei⸗ nigen, wo Alles hinter uns in Ruin und Verwirrung
zuſammenſtürzte!
Sind die Deinen nicht auch die Meinen? entgegnete


