baren Verkettungen des Schickſals zu einem einzigen herrlichen Einklang zu verbinden.
So kam's, wie ich Dir ſchon ſagte, mein Liebſter, flüſterte Eliſabeth glühend.— Sie neckten mich ſo lange mit Dir, bis ich's ſelber zu glauben anfing, daß ich Dich liebte. Und nachher trieb das eigne thörichte Herz ſo viel Neckereien mit ſich ſelber, daß es fremder Stichel⸗ reden gar nicht mehr bedurfte.
Das iſt das wahre Glück, das ſich wie ein Dieb in unſer Herz ſchleicht, ſagte Ludwig. Iſt's erſt ein⸗ mal drinnen, ſo wird ſchnell ein Herrſcher daraus, der eigenmächtig von allen unſeren Gefühlen Beſitz nimmt; nur dem falſchen erbaut man Triumphbögen und thut ihm Thüren und Pforten auf!
O ich weiß es, daß mich die Schweſtern blos mit Dir neckten, weil Jede Dich gern ſelber gehabt hätte! plauderte Eliſabeth überſelig weiter. Aber das vermu⸗ then ſie doch nicht, ſo wenig als der Vater, als Con⸗ ſtantin. Ach, der Aermſte! Nun weiß ich, was ſchuld war, daß ich in der letzten Zeit immer dieſes tiefe un⸗ erklärliche Mitleid mit ihm fühlte; es war die Vorah⸗ nung, daß eines Tags Jemand kommen werde, dem ich vor ihm und ſeinem treu bewährten Herzen den Vorzug geben müſſe. Und was der Vater ſagen wird,— ja, das iſt ganz und gar unberechenbar—— wie ſo Vieles noch, woran ich jetzt kaum denken mag!


