Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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gegend zuweilen vorgekommen waren; während er hier in der großen norddeutſchen Handelsmetropole die für ihn neue Entdeckung machte, daß man einigen der reich⸗ ſten und angeſehenſten Familien einen übertriebenen Glau⸗ benseifer nachredete, als wenn ſie den Himmel ſchon hienieden für ſich und ihre Freunde in zeitlichen und ewigen Pacht genommen hätten.

Wie ein guter Schauſpieler, der ſich für jede Rolle eine eigne Perſönlichkeit erfindet und dasjenige, was ſonſt ſeine äußere Erſcheinung im bürgerlichen Leben charakte⸗ riſirt, möglichſt unter der Maske der Täuſchung zu ver⸗ decken ſucht, ſo hatte ſich auch Blaſius Winkel für ſeine heutige Action einen beſonderen Menſchen ausgedacht, den er unter andern Umſtänden ſelber als einen gründ⸗ lich ausſtaffirten Tartüffe zur Thüre hinausgeworfen haben würde. Mit dem ihm eignen ſinnreichen Erfin⸗ dungsgeiſt war er bei dieſer Metamorphoſe darauf be⸗ dacht geweſen, alle ſeine Reminiſcenzen von Leuten ähn⸗ licher Sorte in ſeiner äußeren Erſcheinung anzubringen und demgemäß auch ſeinem Coſtüme einen möglichſt or⸗ thodoxen Anſtrich zu geben. Er wählte zu dieſem Zwecke den alten verſchliſſenen Communionsrock ſeines Vaters ſelig, des biederen Dorfchirurgen von Schwaben⸗ heim, mit den faſt thalergroßen Metallknöpfen darauf, den er aus kindlicher Pietät mit nach der neuen Welt hatte nehmen wollen; hierzu kamen baumwollene gewirkte