Fünfzehntes Kapitel.
So hatte denn der Tod auch diesmal wieder Die vereint, die das Leben ſo lange trotz ihrer herzlichen Liebe getrennt hatte, und drei Tage ſpäter ruhten beide Geſchwiſter auf Onkel Cyprian's Erbbegräbniß neben einander. Wie ihr Loos bei aller Verſchiedenheit ihrer äußeren Lebensumſtände doch ein gemeinſames und ihre Stellung, gegenüber einer frömmelnden, jedem Verſtänd⸗ niß von Poeſie und ſchöner freier Menſchlichkeit ver⸗ ſchloſſenen Umgebung von früher Kindheit an eine gleich traurige und unnatürliche geweſen war, ſo fügte es nun eine gütige Vorſehung, daß auch ihr Ausgang aus dieſes Daſeins dunklen Verkettungen ein gemeinſamer war und für Beide mit dem nämlichen Zeitpunkt zuſammenfiel, wo alle ihre wahren Freunde ſich in der einſtimmigen
teinung begegneten, daß eine weitere Entwickelung ihrer


