fühlte ſich nach einem erquickenden Schlummer wohler als ſeit lange, ſie hatte die ganze Nacht hindurch nicht ein einziges Mal gehuſtet und war heiter und guter Dinge.
Was Eliſabeth an dieſem ſchrecklichen Morgen litt, läßt ſich eher nachfühlen als beſchreiben; aber mit wun⸗ derbarer Seelenſtärke beherrſchte ſie den tiefen Jammer ihres Herzens, wenn es ihr auch manchmal dunkel vor den Augen wurde oder eine Eiſeskälte ſie durchſchau⸗ erte.— Da wurde Anna, die noch eben mit ihr ge⸗ ſcherzt hatte, plötzlich auffallend ſtill und nachdenklich und ſagte mit einem Seufzer:
Ach, wenn doch Conſtantin endlich zu mir käme! Was ſoll nur eigentlich dieſes ewige Fernhalten, dieſes Vertröſten von einem Tage zum andern bedeuten?
Es iſt auch wirklich abſcheulich vom Doctor! ent⸗ gegnete die Freundin faſt allzugereizt, denn ſie ward vor Aerger todtenbleich und ihre Stimme hatte einen auffallend heiſeren Klang.— Aber ich hab's ihm auch geſtern ehrlich geſagt, fügte ſie mit mühſam gewonnener Mäßigung hinzu.— Keine acht Tage gehorchen wir ihm mehr und wenn er dann—— Conſtantin nicht zu Dir läßt— ſo— ſo— kommt er ohne des Doctors Erlaubniß!
Was haſt Du denn eigentlich, Lisbeth? fragte Anna und blickte ſie forſchend an.— Du biſt ja heute ganz


