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Blicke, wie hier ihre vereinte Liebe zum Schutzengel ei⸗ ner anderen leidenden Menſchenſeele wurde, für wahre Herzen immer der höchſte Gewinn an reinen und dauern⸗ den Empfindungen. Das Glück, von welchem Anna eben träumte, es war ja in lichten verklärten Zügen lebendig in ihre Seelen geſchrieben— Ludwig, das iſt himmliſch! hauchte Eliſabeth, da ſchlug Anna groß die hellen Augen auf—„Alfred rief ſie noch halb vom ſüßen Traumeswahn umfangen.— Bedauere ſehr, wenn ich ſtöre! ſagte der Freund lachend und Eliſabeth fügte ebenſo heiter hinzu: Nur hübſch Geduld, liebes Herz, innner Eine nach der Andern, ſo kommen wir zu⸗ letzt Alle nach und nach aus Träumen zur Wahrheit. Damit war der glückliche und unbefangene Ton ge⸗ funden, heitere und lachende Geſichter umgaben an die⸗ ſem und dem folgenden Tag die Kranke; ſelbſt der On⸗ kel erſchien in ſeiner gewohnten freundlichen Ruhe, wenn er auch nach jedem Beſuche am Krankenbett der geliebten Tochter Stunden brauchte, um ſich wieder von der furcht⸗ baren Anſtrengung zu erholen, die ihm dieſe Selbſtver⸗ leugnung koſtete. Alles ſchien nach Wunſch zu gehen— da kam der Begräbnißtag Conſtantin's, dem ſeine Freunde noch dadurch eine erhöhte Feier zu geben ſuchten, daß ſie ſelber den blumengeſchmückten Sarg hinaus nach dem Friedhof tragen wollten. Es war ein heller ſonniger Wintermorgen, Anna


