Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Thun wir unſere Schuldigkeit! ſagte ſie.— Ein Glück wie das unſere, will vom Himmel durch treue Werke abverdient ſein. Rege Du Dich nur nicht allzuſehr auf, mein Beſter, Du ſiehſt mir wirklich ſo angegriffen aus, als hätteſt auch Du einen Pythagoras geſchrieben. Geh' zu meinen munteren Schweſtern, daß ſie Dich ein wenig zerſtreuen; ſie nähen eben an meiner⸗Weißzeugausſtat⸗ tung. Heute ſchrieb mir Lucinde, ſie hätten ſich Beide an dem rauhen Drillich der Küchenhandtücher die Finger wund genäht und der ungalante Herr Schwager nähme demungeachtet gar keine Notiz mehr von ihnen.

Mein Gott! Wo ſollen wir denn mit all dem Tan⸗ delkram hin! rief Ludwig.— Das Alles hat ja meine ſelige Mutter ſchon doppelt und dreifach für die künftige Schwiegertochter angeſchafft!

Davon verſtehſt Du nichts, Mann! ſagte Eliſabeth ſehr ernſt.— Darin bin auch ich eine gute Tochter mei⸗ ner Vaterſtadt und beſtehe darauf, daß ich mit einer gehörigen Weißzeugausſtattung in den Stand der hei⸗ ligen Ehe trete. Denn ſonſt fehlt der künftigen Haus⸗ frau die beſte Garantie und der Mann kriegt das Re⸗ giment, was nicht ſein ſoll, noch geduldet werden kann. Wozu hätte denn auch mein guter Vater jahrelang vor „unbequemen“ Schwiegerſöhnen gezittert, wenn die Weiß⸗ zeugausſtattung nicht eine ſo bedentſame inhaltsſchwere Frage bildete?