Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Es that aber auch wirklich noth, daß ſie Ludwig's

Stimmung in dieſer freundlichen Weiſe aufheiterte; denn ſo niedergedrückt und entmuthigt wie heute war er ihr noch nicht erſchienen, ſo ſehr hatte Conſtantin's Lage ſein Gemüth erſchüttert und eine ihm ſelber unerklärliche bange Vorahnung von noch größeren bevorſtehenden Leiden in ihm wachgerufen. Darum hätte Eliſabeth ihn nicht leicht durch einen anderen Troſt ſchneller und

erfolgreicher aufrichten können, als indem ſie ihn an das

eigne Glück erinnerte, das ſchon, Dank der ſchweſterli⸗ chen Liebe, aus dem Reiche holder Träume und roman⸗ tiſcher Verſchleierung ſich in höchſt poſitive Begriffe um⸗ zuſetzen anfieng, als da waren: Weißzeugausſtattung, Küchenhandtücher und Pantoffelregiment. 3 Auch fand er das Alles ſpäter im Kloſterhof ganz ſo beſtätigt, wie es ihm Eliſabeth geſagt hatte; beide Schwägerinnen und noch eine Nätherin ſaßen mit gluth⸗

rothen Köpfen unter dicken Ballen von Weißzeug und

hantirten mit Nadel und Scheere ſo emſig drauf los, als ſei das Weltende im Anzug.

Wir ſind jetzt an Eurem Tiſchzeng, ſagte Lucinde mit

dem ſtrengen Blick der Parze, die den Lebensfaden ſpinnt. Mit ſechs Dutzend feinen Damaſtſervietten kann ſich der Herr Schwager lange den Mund abwiſchen, wenn die Frau Gemahlin ihn ſinnig aber gemüthlich mit Spätzlen

und Sauerkraut regalirt oder ihm eine verſalzene Waſ⸗ 9 5