Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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und gemüthlichen Weſen im geſelligen Verkehr und ſei⸗ ner— wie ſoll ich's gleich nennen— ſeiner ihm zur andern Natur gewordenen, ängſtlich diplomatiſchen Zu⸗ rückhaltung in ſeinen wiſſenſchaftlichen Arbeiten und Beſtrebungen. Faſt könnte man da auf die Vermuthung gerathen, er habe ſich noch immer wie einſt auf der Hochſchule in der Lage befunden, die ſeinen Neigungen entſprechende wiſſenſchaftliche Thätigkeit maskiren zu müſſen; ja, wer möchte ſich ſelbſt zu entſcheiden ge⸗ trauen, wie Viel ihm nicht von jenem widernatürlichen Verhältniß, als er ſeinen braven, nur leider höchſt ein⸗ ſeitigen Oheim über die Wahl ſeines Studiums täuſchte, auch ſpäter noch anhangen blieb, er, der ſich alle ſeine reichen, vielſeitigen Kenntniſſe gleichſam nur wie durch Diebſtahl zu eigen machen konnte!

Seine Studien, bemerkte Bardenfleth, hatten immer etwas Apartes und Geſuchtes; ihn reizte ſtets mehr das Beſondere, weitab vom Weg der gewöhnlichen wiſſen⸗ ſchaftlichen Forſchung liegende Ziel, wobei ſein antedi⸗ luvianiſcher Humor ſich an den ſeltſamſten Experimenten und Hhpotheſen ergötzte.— Ich meine daher beſtimmt, daß er zu Viel des fremdartigen und eurioſen Wiſſens⸗ materials in ſich aufgehäuft hatte, um noch an einer geſunden geiſtigen Production mit fruchtbaren, nützlichen Tendenzen Geſchmack finden zu können.

Sagt lieber, er hatte nie eine rechte Freude am Le⸗ D. Müller, der Kloſterhof. II. 14