Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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gegen ihn? ſprach Herr Cyprian gedämpft vor ſich hin und ſein kummervoller Blick ruhte dabei ohne Zorn auf der ſchönen Nichte.— Iſt das Deine aufrichtige Meinung, Eliſabeth?

So ſehr ich Dich liebe und verehre, mein guter On⸗ kel, muß ich doch ſagen: Conſtantin iſt auch Unrecht geſchehen! entgegnete ſie mit ſanftem aber feſtem Tone, und die innere Bewegung preßte ihr Thränen aus.— Er hatte gefehlt, hatte gewiß ſchwer gefehlt; aber es waren die Verirrungen eines edlen Herzens, eines jungen ſtür⸗ miſchen Fenerkopfes, der ſich in einen fremden, ihm widerſtrebenden Lebensberuf hineingedrängt ſah; wär's ihm damals möglich erſchienen, Dich davon überzeugen zu können, wer weiß, ob er zur Falſchheit, zur unver⸗ zeihlichen Verſtellung gegen Dich, ſeinen Wohlthäter, ſeine Zuflucht genommen hätte!

Du redeſt gegen mein Herz— aus meinem inner⸗ ſten Herzen heraus! erwiederte Herr Cyprian ganz au⸗ ßer Faſſung.— Iſt das auch die Anſicht von noch ande⸗ ren Menſchen?— Sprich offen, mein Kind, denn ich ſage Dir ja: Meine Seele verſteht Dich!

Dafür hat Conſtantin geſorgt, daß das Urtheil der Welt faſt ohne Ausnahme für Dich und gegen ihn war, ſagte ſie mit Nachdruck.— Wie manches Mal zitterte ich nicht ſelber, er möchte in ſeiner grenzenloſen Empö⸗ rung gegen die Menſchheit einen verzweifelten Entſchluß