Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

lich die richtige Einſicht von Conſtantin's eigentlichem Le⸗ bensberuf gewonnen hatte. Ganz im Geheimen bemühte er ſich nämlich, dem Neffen in jener Stadt, die ein ausgezeichnetes Gymnaſium hatte, eine Lehrerſtelle zu verſchaffen, und war bald, Dank der perſönlichen Gunſt einflußreicher und hochſtehender Leute im Nachbarſtaate ſo glücklich, die Gewißheit zu erhalten, daß ſeine zu dieſem Zweck eingeleiteten Schritte ſich des beſten Er⸗ folgs zu erfreuen hatten.— Er hörte bei dieſer Gelegen⸗ heit abermals die ſchmeichelhafteſten Urtheile über den jungen vorzüglichen Gelehrten; man war bereit, Conſtan⸗ tin förmlich als Lehrer der alten Sprachen an jene An⸗ ſtalt zu berufen und Herr Cyprian dankte Gott für die Freude, den ſchon längſt verloren Geglaubten, wenn auch freilich nicht auf ſeinen Wegen, doch noch einem nützlichen ſegensreichen Leben und Wirken zurückgegeben zu ſehen.

Endlich, als alle vorbereitenden Schritte geſchehen waren und es ſich jetzt nur noch darum handelte, Con⸗ ſtantin's Einwilligung zu dem neuen Lebensplan zu er⸗ halten, theilte der alte Herr zuerſt ſeiner Nichte Eliſa⸗ beth die Sache mit und hatte die frohe Genugthuung, daß das verſtändige Mädchen die größte Freude über dieſe unerwartete günſtige Wendung in Conſtantin's Le⸗ ben äußerte und feſt überzeugt war, dieſer werde ein ſo ehrenvoll gebotenes, ſeinen Neigungen und Fähigkeiten

13