Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ſamkeit und eine ſtets ſich gleichbleibende heitere Ruhe des Gemüthes den geſtörten Frieden S zu⸗ rückzugeben und jeden traurigen Eindruck von ihm ferne zu halten. Mit der nämlichen Ruhe ertrug ſie die pein⸗ lichen Scenen, die ihr die Tante in den erſten Tagen bereitete, ſo oft ſie mit derſelben in Berührung kam; und war gegen Corneli trotz ſeines häufig geradezu un⸗ artigen Benehmens freundlich und unbefangen wie ſonſt. Für ſie war ja Anna's Verlaſſenheit Grund genug, ſich von Alledem ſo gut wie gar nicht berühren zu laſſen, und zuletzt gelang es ihrem ſtandhaften Sinn und ſicheren Takte, die gereizte Stimmung von Tante und Vetter zu mildern und Beiden, wenn auch nur äu⸗ ßerlich, ein rückſichtsvolleres Betragen gegen ſie ſ ſt wi⸗ der Willen aufzunöthigen. Zwar erſchien Madame Franke niemals am Krankenbett Anna's, zwar 36 der Letzteren Name nicht über Corneli's Lippen; aber dafür hatte Eliſabeth die Genugthuung, zu beobachten, wie die Spannung zwiſchen dieſem und ſeinem ehemaligen Hof⸗ meiſter Wulf immer größer wurde, da Jeder im Stil⸗ len die Schuld der mißlungenen Intrigue auf den An⸗ dern ſchob. Zu ſpät ſahen ſich Beide von dem elenden Eckers abermals getäuſcht und angeſchwindelt; aber ge⸗ wiß hatte der fromme Candidat wenigſtens darin voll⸗ kommen Recht, daß hauptſächlich Cornelis Voreiligkeit

und deſſen ungemeſſener Geiz ihn um den Erfolg ſeines

D. Müller, der Kloſterhof. III. 13