Eilftes Kapitel.
Eliſabeth hatte ihrem Freunde die neueſten Zuſtände im Hauſe Onkel Cyprian's wahrlich nicht mit allzugrel⸗ len Farben geſchildert; und wenn ſie dadurch im Hin⸗ blick auf die jüngſte glückliche Veränderung im eignen Vaterhauſe an die wunderbaren Wandlungen des Men⸗ ſchenlebens im Allgemeinen erinnert wurde, ſo war das ein ſo unmittelbarer Eindruck der nächſten Wirklichkeit, daß ihn wohl jedes tiefere Gemüth in ihrer Lage gleich lebhaft empfunden hätte. Dagegen war es Sache ihres eigenſten Gefühls, daß ſie Alles aufbot, um die geweihte Stimmung ihrer Seele auch ihrer Umgebung im Hauſe des Oheims mitzutheilen und beſonders den alten tief⸗ gebeugten Mann wieder mit Gattin und Sohn auszu⸗ ſöhnen. Ohne ihm eine Frömmigkeit zu heucheln, die ihr fremd war, ſuchte ſie ihm durch liebevolle Aufmerk⸗


