Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

42

. wirklichen Zweck und irgendwo werde er den vermale⸗ deiten Strohmetz doch noch auskundſchaften.— Nach ſo vielen Aengſten und Gewiſſensſerupeln wegen ſeiner treuloſen Handlungsweiſe gereichte es ihm zu einer be⸗ ſonderen Genugthuung, den ſeinem Doctor geſpielten bö⸗ ſen Streich mit jedem neuen Glaſe immer tiefer in den Lethe der Vergeſſenheit zu verſenken, und er trank zu⸗ letzt mit dem nämlichen Pflichtgefühl, womit er ſonſt jede andere dienſtliche Obliegenheit zu verrichten pflegte. Den erſten Tag kam er gar nicht wieder nach Hauſe, und am Abende des zweiten ſo ſpät, daß er ſeinen Doctor bereits in den Federn fand, und am Morgen des dritten verließ er das Haus ſchon mit dem grauen⸗ den Tage, doch ſchrieb er mit Bleiſtift auf einen Zettel die Notiz: der Strohmetz ſei bis jetzt nirgendwo zu fin⸗ den„geweſt;“ nur noch dreiundvierzig Wirthshäuſer er⸗ ſten, zweiten und dritten Rangs reſtirten, dann kämen die„Hötel garnie“ an die Reihe.—

Jener zweite Brief, den Eliſabeth ihrem Verlobten durch das ſeines Dienſtes entlaſſene Hausmädchen geſandt hatte, enthielt wirktich, wie Blaſius ahnenden Geiſtes vorausgeſehen, eine für die Situation im Kloſterhof ſehr wichtige neue Mittheilung, welche Ludwig faſt noch mehr überraſchte, als die Tags zuvor empfangene Nach⸗ richt von Strohmetzen's Erſcheinung im Kloſterhof. Eli⸗ ſabeth meldete ihm nämlich darin, wie ihre Lage ſich