„Münchlein, Münchlein, du gehſt heute einen ſchweren Gang,“ kamen ihm nicht aus dem Sinn; ſein ſonſt ſo er⸗ finderiſcher und verſchlagener Kopf ließ ihn diesmal völlig im Stiche, die Verſicherung ſeines Herrn, daß Volkhau⸗ ſen den Strohmetz kenne, hatte ihn vollends confus ge⸗ macht; denn gar wohl entſann er ſich, daß er Jenem mehrmals in letzter Zeit ſeine Noth mit dem Doctor geklagt hatte; wie leicht war es alſo möglich, daß Volk⸗ hauſen mit ſeinem einen geſunden Blitzauge beſſer als der Andere mit ſeinen beiden vom Liebesfieber getrübten den Schelmenſtreich durchſchaut und den Strohmetz rich⸗ tig erkannt hatte, der das ganze Unheil angerichtet.
Ach, ich wollte meinen Doctor wider ſeinen Willen von einer großen Dummheit abhalten und habe darüber ſelber den größten Eſelsſtreich von der Welt gemacht! wehklagte er im Stillen auf dem Wege zu Conſtantin's Wohnung.— Was ging es denn mich an, daß das Mädel arm iſt wie eine Kirchenmaus, und der Herr Schwie⸗ gerpapa in der ganzen Stadt für ein Uebergenie gilt und mit ſeinem Geſchäft ſtark im Abbruch begriffen iſt? Wozu braucht' ich mich in das Katzenneſt einzuſchmug⸗ geln, da ich doch von Kindsbeinen an immer dieſen in⸗ nerlichen Gruſſel vor Katzen gehabt habe? O heiliger Sanct Chriſtoffell, hilf mir nur das Einemal noch aus der Tinte und laß' dieſen Kelch gnädig an mir vor⸗ übergehen, ich will mir ja gerne acht Tage lang durch


