Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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eine Weile ſtumm dageſeſſen hatte; die alten Tragiker

wiſſen wohl, warum ſie das größte Elend, welches von

den Göttern über Menſchen verhängt werden kann, in den Familienzwiſt legen, und warum ſie das alte Lied von dieſer Trübſal immer von Neuem wiederholen. Denn was kann es Schickſalvolleres geben, als das unſelige Verhältniß zwiſchen Menſchen, die durch Bande des Blutes, durch das älteſte und natürlichſte Geſetz der Welt aneinander gekettet ſind, und denen es doch eine innere Nothwendigkeit, ja der Trieb der Selbſter⸗ haltung eingibt, ſich gegenſeitig zu ſcheiden wie Oel und Eſſig, wie Waſſer und Flamme? Und wenn es dann doch zum Wenigſten damit gethan wäre, daß man zu⸗ letzt die ganze widerwärtige Bagage mit einem Fußtritt von ſich ſtieße und den ſchädlichen Einfluß dieſer Fami⸗ lienantipoden damit für immer los würde! Aber nein, wie eine ſiechende Krankheit ſchleppt man an dieſen erſten unvertilgbaren Schmerzens⸗Eindrücken der Kindheit, an dieſen Erſchütterungen und Demüthigungen des er⸗ wachenden Bewußtſeins, an! dieſen lähmenden Geiſtes⸗ convulſionen, an dieſen kleinen und großen Jämmerlich⸗ keiten, die alle zuſammen die verlorene Jugend ausmachen, weiter; ſo oft man an die widerliche Zeit der Familien⸗ thrannei zurückdenkt, iſt Einem ſo erbärmlich zu Muthe, ja man verachtet ſich ſelber ſo ſehr, wie wenn man ſich lange in einer ſchlechten Geſellſchaft, unter lauter unter⸗