Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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Ahh

eine Hoffnung, einen Troſt für ihn in der Welt gab, mit Standhaftigkeit, ja mit wahrem Stoicismus ertra⸗ gen hatte, fand ihn, nun dieſe letzte Hoffnung bei der Gewißheit von Eliſabeth's Liebe zu dem Freunde von ihm wich, ohne Widerſtand, und es bedurfte nur eines einzigen neuen Schickſalſchlages, und die edle ſtarke Na⸗ tur brach in ſich ſelber zuſammen, zerſtörte ſich wie ein nach Innen glühender Vulkan durch die eigne ungemeſ⸗ ſene Leidenſchaft. Er brauchte alſo Kampf, brauchte eine heftige gewaltſame Empörung gegen das ganze Le⸗ ben, um die einſt ſo mächtige Energie ſeines Geiſtes vollends aufzureiben, und darum ergriff er mit der fie⸗ berhaften Angſt eines Menſchen, der ringsum alle Säulen und Stützpunkte ſeiner Exiſtenz wanken ſieht, das Letzte und Einzige, woran ſein Herz noch mit der alten Kraft und Innigkeit feſthing, um in ſeiner Rettung unterzu⸗ gehen, ohne zu ahnen, daß er dadurch möglicherweiſe das geliebte Weſen in das eigne Verderben mit hineinziehen könne.

So wenigſtens beurtheilte Ludwig an dieſem Abend den Zuſtand des Freundes, der zuweilen wie erſchöpft in ſich zuſammenbrach und dann eine Zeitlang ſtumm vor ſich hinſtarrte, bis er plötzlich von Neuem auffuhr und dem in ſeinem Blute tobenden Aufruhr bald im Hohne, bald im Grimme neue Worte lieh.

Glaube mir, Freund, ſagte er, nachdem er wiederum