Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ſchen ſteht, die ihr die größten Leiden und Prüfungen bereiten können, ohne daß Du dies zu hindern im Stande ſein würdeſt; dazu bedenke die zartorganiſirte Natur Deiner Schweſter und ihre große Senſibilität, die keinen rauhen Sturm verträgt, und Du wirſt mir Recht geben, daß hier Mäßigung und Vorſicht allein zum Ziele führen können, vorausgeſetzt, daß, woran wir ja zunächſt nicht zu zweifeln brauchen, Anna's Glück wirklich durch dieſe Liebe dauernd und ihrer ſchönen Seele würdig begründet wird.

Wie verſtändig und von wahrer aufrichtiger Theil⸗ nahme eingegeben aber auch dieſer Rath des Freundes war, ſo vermochte ſich doch Conſtantin nicht zu mäßigen, ſetzte vielmehr den mit Schonung geäußerten Bedenken des Freundes fortwährend einen heftigen Widerſpruch entge⸗ gen; hartnäckig beſtand er darauf, daß Anna ſo ſchnell wie möglich ihren jetzigen Verhältniſſen entriſſen würde, und ließ ſogar nicht undeutlich den Plan durchblicken, ſeiner Schweſter nöthigenfalls zu einer heimlichen Ent⸗ fernung aus dem Hauſe des Oheims behülflich ſein zu wollen.

Ludwig ſah ein, daß bei dem furchtbar gereizten Zu⸗ ſtand, in dem ſich Volkhauſen heute befand, keine Ein⸗ wirkung möglich ſei; die Jahrelang genährte Erbitterung ſeines Gemüthes durchbrach plötzlich alle Schranken, das Verhängniß ſeines Lebens, das er, ſo lange es noch