eine neue Wahrſcheinlichkeit aufdämmern zu ſehen, die ihm das unentwirrbare Räthſel löſen könne; darüber erhitzte ſich ſeine Einbildungskraft immer mehr und ſchuf ihm tauſend angſtvolle Bilder und abenteuerliche Vor⸗ ſtellungen, und ſo tappte er lange im Finſtern fort von einer falſchen Muthmaßung zur andern, bis er ſich zu⸗ letzt mit Gewalt aus ſeinem wirren, unfruchtbaren Brü⸗ ten aufraffte und die Frage in's Auge faßte, was von ſeiner Seite geſchehen könne, geſchehen müſſe, um die ſeinem jungen Liebesglück drohende Gefahr abzuwenden und einem feindlichen Geſchicke den nach ſeinem Herzen zielenden Streich zu pariren.
Ohne Conſtantin keine Hülfe!— Dieſer Gedanke ſtand ſogleich klar und beſtimmt vor ſeiner Seele; denn es war der einzige Menſch, der einen Einfluß auf Herrn Felix ausübte, der Einzige, der die feindlichen Dämonen in der Seele des alten Mannes bannen konnte, weil er ja allein in der ganzen Familie ihm in Leid und Noth
treu geblieben war.
Warum zögerte ich überhaupt ſo unge W Alles zu ſagen, da er es doch binnen Kurzem erfahren muß? ſagte ſich Ludwig in vorwurfsvollem Tone.— Hätte ich ihm gleich mein Glück entdeckt, ſo wär' es ein freiwilli⸗ ger Schritt des Vetrauens und der Freundſchaft ge⸗ weſen, ſtatt daß es jetzt ſtark den Anſchein gewinnt, die Desperation allein öffne mir das Herz gegen ihn!— Ob


