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drungen war, das blieb Ludwig ein ebenſo dynkles Räth⸗ ſel als die Frage, durch welches Mittel der Bosheit und Argliſt es ihm gelungen ſein konnte, den Vater der Ge⸗ liebten ſo vollſtändig gegen ihn aufzubringen?— Ludwig würde daher die Anſicht Eliſabeth's, daß man Letzteren myſtificirt habe, getheilt haben, wäre die Schilderung der Köchin von dem Unbekannten nicht bis auf's Kleinſte übereinſtimmend mit der Perſönlichkeit ſeines ſauberen Landsmannes geweſen, und hätte nicht ſchon der Name allein für die Identität Beider entſchieden. Denn wel⸗ cher einzige Menſch in der fremden Stadt wußte über⸗ haupt von der Exiſtenz des obſeuren Winkeladvokaten; es blieb ihm daher keine andere Annahme möglich, als daß es wirklich der rachſüchtige Strohmetz geweſen ſei, der das ganze Unheil angeſtiftet habe.
Wir unterlaſſen es, ſeine Wuth, ſeine Beſchämung zu ſchildern, daß ein ſolcher untergeordneter Menſch dieſe verderbliche Macht auf ſein Glück ausüben ſollte; er konnte das Ganze kaum für denkbar halten, und doch war es ſo; und der kochende Grimm ſeiner Bruſt, das Gefühl ſeiner Ohnmacht dem feigen Verleumder gegen⸗ über, machte ihn zu jeder näheren Prüfung des verhäng⸗ nißvollen Ereigniſſes vollends unfähig; mit brennenden
Augen überlas er den Brief Eliſabeth's zu wiederholten
Malen; bald fuhr er ſich wie ein Träumender mit der Hand über die Stirne, bald glaubte er hier, bald dort 1*


