Er fand die jungen Künſtler, denen ſich Beck und der Darſteller des Laertes, der Schauſpieler Meyer zu⸗ geſellt hatten, in dem mittleren großen Zimmer der ge⸗ meinſchaftlichen Wohnung beiſammen; doch war der Anblick, der ſich dem guten Paſtor bei ſeinem Eintritt darbot, für ihn ein ſo fremdartiger, daß er überraſcht in der Thüre ſtehen blieb, ungewiß, ob er auch in's rechte Haus gegangen ſei, oder ſich aus Verſehen auf den Paukſaal raufluſtiger Studenten verirrt habe. Denn je Zwei und Zwei ſtanden ſich die Schauſpieler, theil⸗ weiſe in den Coſtümen ihrer Rollen am heutigen Abend, mit Rappieren in der Fauſt gegenüber und führten ihre Stöße in Primen, Terzen und Quarten ſo kunſtgerecht aus, als ſei es ein ernſtliches Doppelduell, und keine bloße Fechtübung mit ſtumpfen Waffen. Das Groteske der ganzen Scene wurde noch dadurch erhöht, daß die Köpfe der vier Duellanten ſämmtlich von ſteifen Papier⸗ papilloten ſtarrten, während ihre Geſichter von Kam⸗ pfeshitze erglühten, was einen unbeſchreiblich komiſchen Anblick gewährte.
Als Iffland den würdigen Freund ihres Meiſters erkannte, warf er ſeine Waffe weg und begrüßte ihn auf's Herzlichſte, worauf er ihn den anderen Kunſtge⸗ noſſen vorſtellte und ihm die Veranlaſſung zu ihrem


