Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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kurz, eine Converſation von ſo tödtlich einſylbiger Art, wie ſie nur Proſa und Poeſie jemals unter einander führen können, blos mit dem einzigen Unterſchied, daß hier Letztere vor Jener regelmäßig Recht behielt und die Proſa zuletzt ſchweigſam unter den Akten des hohen Landescollegiums verſchwand.—

Eine ſolche Unterredung zwiſchen Herrn von Lich⸗ tenſtein und ſeiner Frau hatte denn auch an dem Tage ſtattgefunden, wo die Geheimeräthin ihm eröffnete, daß ſie einen Geſangslehrer zu engagiren beabſichtige, wel⸗ cher Betty Steinbrecher täglich in ihrem Hauſe Unter⸗ richt im Singen ertheilen ſolle, da dieſe nun feſt ent⸗ ſchloſſen ſei, ſich ſelbſt gegen des Pflegevaters Willen zur Opernſängerin auszubilden. Mit einer Trockenheit, die geradezu lähmend wirkte, ſetzte Frau Sidonie hinzu, ſie ſelber wolle von jetzt an die Zukunft des lieben Kin⸗ des in die Hand nehmen, Ekhof ſei ein eigenſinniger Pedant voll veralteter und verroſteter Vorurtheile gegen die Oper, ſie wünſche daher, ihr Gemahl möge ſeine Einwilligung dazu geben, daß der Geſangslehrer von Morgen früh neun Uhr an dieſem vielverſprechenden Talente täglich drüben im Muſikzimmer eine Stunde Unterricht im dramatiſchen Geſang ertheile.

Der Geheimerath war über dieſe unvermuthete