Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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blumige Aeſthetik ſeiner Frau war das Kreuz, das ihm der Himmel zu andern goldnen Laſten aufgebunden; aber er trug es, conclusum in senatu, mit der Reſignation eines Mannes, der ſeine Jugend unter den Aktenſtößen des Wetzlarer Reichskammergerichts zugebracht hat und die Ehe als einen nach römiſchen und deutſchen Rechts⸗ grundſätzen abgeſchloſſenen Conſenſualvertrag betrachtet, nach welchem ſich zwei Menſchen, der Eine im Reifrock, der andere in Brokatweſte gegenſeitig verpflichten, die pacta dotalia bis an ihr ſeliges Ende gewiſſenhaft zu veſpectiren, ſonſt aber einander in den erlaubten Din⸗ gen dieſer Welt jegliche perſönliche Freiheit zu laſſen. Es konnte nichts Merkwürdigeres geben, als das Benehmen der beiden Ehegatten, wenn es der Geheime⸗ räthin darum galt, zu einem ihrer vielen neuen Projekte ſeine Einwilligung zu erhalten. Eine kalte Trockenheit war dann der Grundton ihres ſonſt ſo belebten Weſens, dabei ihre Ausdrucksweiſe ſo decidirt und lakoniſch, als ſei die deutſche Sprache für gewiſſe Begriffe und Sachen ſo arm wie die der Peſcherähs, als wäre nie der Honig⸗ ſeim blumenreicher Rede, hochpathetiſcher Verſe von ihren Lippen gefloſſen. Er ſelber womöglich noch wort⸗ karger, noch mehr darauf geſteift, ſeine Rede auf das Minimum von Meinungsäußerungen zu beſchränken,