Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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cherte, nur Betty könne dieſen Ausbund von Leicht⸗ fertigkeit und lockerer Aufführung richtig behandeln, da ſie ihn ebenſowohl durch ihre kindliche Unſchuld und Anmuth, wie durch ihren Geiſt zu feſſeln und für edlere Freuden des Lebens empfänglich zu machen verſtünde.

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Der Geheimerath, ihr Gemahl, galt zwar im Staats⸗ weſen und im Rathe des Fürſten für eine ſehr gewich⸗ tige Perſönlichkeit, war aber dagegen im Hauſe ſeiner Frau nur der gute Polonius, wenn uns ſeine Schwer⸗ hörigkeit und in Folge davon ſeine Schweigſamkeit dieſen Vergleich mit ſeinem Amtskollegen in Dänemark er⸗ laubt. Ein nüchterner Juriſt, dazu ein mit wichtigen Staatsgeſchäften immerfort überhäufter Beamte, ver⸗ hielt er ſich zu dem unruhvoll äſthetiſchen Treiben in ſeiner Umgebung etwa wie der melancholiſche Kranich zu dem bunten Geflatter und Geſchnatter im belebten Hühnerhofe und liebte es auch wie dieſer, gewöhnlich nach dem Schluſſe der Mahlzeit mit unter'm Kinn zu⸗ ſammengebundener Serviette ſanft einzunicken, während rings um ihn Schöngeiſterei und äſthetiſche Empfind⸗ ſamkeit in allen möglichen Durſtarten höherer Sphären ihm ſeinen guten Wein tranken und Frau Sidonie mit gleichbeſaiteten Herzen con sentimento ihre Gefühle und Anſichten über Kunſt und Poeſie austauſchte. Dik