Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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zuwenden, ja, ſchien es nicht einmal zu beachten, daß der debauchirte Herr Neveu der ſchönen Betty die galanteſten Dinge ſagte, ihr verſtohlen unterm Tiſche die Hand drückte, oder mit ihr Haſch! Haſch! durch die Zimmer ſpielte, ja ihr wohl ſelbſt nachſchlich, wenn ſie oben in der Geheimeräthin Kabinet die unter ſeinen muthwilligen Händen verdorbene Friſur wieder ordnen wollte. Nur im Scherze ſchalt ſie ihn zuweilen, wenn er es zu arg trieb, oder ermahnte Betty, dem flatterhaften Don Juan nicht zu trauen; dann aber nannte ſie Beide wieder un⸗ bedachtſame Kinder, überſpannte Köpfe und hielt ihnen eine eindringliche Strafpredigt wegen ihres auffallen⸗ den Benehmens in Gegenwart anderer Perſonen, denen ſie dadurch Anlaß zu allerlei falſchen Auslegungen ge⸗ ben würden, als wenn es ſich hier wirklich nur darum gehandelt hätte, den böſen Schein zu meiden!— Und den⸗ noch geſtattete ſie ihnen oft ſtundenlanges ungeſtörtes Beiſammenſein, geſtattete, daß er ihr im Gartenſalon Romane wie die nouvelle Héloise vorlas oder zärt⸗ liche Duette aus alten und neueren Opern mit ihr zum Klavier ſang, Alles dies natürlich in ſo durchaus un⸗ ſchuldiger Weiſe à la Paul et Virginie, daß ſelbſt eine ſo ſtrenge Sittenrichterin wie die Geheimeräthin Nichts dagegen einwenden konnte, vielmehr ganz ernſthaft ver⸗