Daß der galante Hofjunker von Hohenſtein ſie ſo⸗ gar vor adeligen Schönheiten auszeichnete und ſich auch im Hauſe der Tante in ſeinen Huldigungen bald ſo eifrig zeigte, daß man ſogar auf ein von der Geheime⸗ räthin ſtillſchweigend geduldetes, wenn auch nicht ge⸗ radezu protegirtes Liebesverhältniß ſchloß, darf uns nach dem Charakter des jungen leichtfertigen Lebemanns nicht Wunder nehmen, der in den Kreiſen ſeiner vor⸗ nehmen Standesgenoſſen dafür bekannt war, daß er es mit gewiſſen conventionellen Rückſichten nicht allzugenau nahm, in ariſtokratiſcher Geſellſchaft mit bürgerlichen Sympathieen kokettirte, ſich zu den freiſinnigen Grund⸗ ſätzen Leſſing's bekannte, ſogar für den„Gleichmacher“ Rouſſeau ſchwärmte und alſo auch wohl einer ſchönen Bürgerlichen offen den Hof machen durfte, ohne darum in den Augen der hochadeligen Sippe für mehr als einen ariſtokratiſchen Libertin mit romantiſchem Anſtrich zu gelten. Er war ja von Kindheit auf der Kobold im Hauſe der gnädigen Frau Tante geweſen, hatte ſpäter als Page durch ſeine kecken Streiche die ernſthafteſten Perſonen bei Hofe aus der Faſſung gebracht; man war mithin in den diſtinguirten Kreiſen hinreichend daran gewöhnt, dem franzöſiſchen Blute in ſeinen Adern Vie⸗ les zu gute zuhalten, was man dem ſchwerfälligen Voll⸗
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