Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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— 36— lernen und ihr ſelber kaum einen flüchtigen Blick

ſchenkten.

Wie ganz anders und aller dieſer peinlichen und beengenden Eindrücke enthoben, bewegte ſie ſich da⸗ gegen im Hauſe der Geheimeräthin, unter den vorneh⸗ men Standesperſonen, die ihrer Schönheit huldigten, ihre Talente bewunderten, wo ihr Alle wie einer Toch⸗ ter vom Hauſe begegneten und ſie ſich wenigſtens der glücklichen Täuſchung hingeben durfte, dies ſei die eigentliche, ihr vom Schickſal angewieſene Sphäre und ſie brauche nur den wohlgemeinten Rathſchlägen der Geheimeräthin und anderer angeſehener Perſonen zu folgen, ſo werde ſie auch in der Zukunft der nämliche Glanz umgeben.— Selbſt der Ruhm des Fflegevaters erhöhte hier, wo ſeine beſcheidene Perſon fehlte, noch den günſtigen Eindruck ihrer Erſcheinung, wenn die Ge⸗ heimeräthin ſie fremden Gäſten, die ſchon vorher ihre Schönheit bewundert hatten, als Nichte des großen Ekhof vorſtellte und ein Ausruf freudiger Ueberraſchung beim Klange des berühmten Namens ſelbſt den Lippen ſolcher Perſonen entſchlüpfte, die ihr ſonſt gewiß ihre bürgerliche Herkunft ebenſo wenig verziehen hätten, als ihre bevorzugte Stellung in einem ſo angeſehenen

Kreiſe.