heit betrieb, als wiſſe er, daß ſeine Tage gezählt ſeien, in denen er ihnen rathend, belehrend und anregend zur Seite ſtehen könne, daß um die nämliche Zeit der Ver⸗ kehr Betty's mit der Geheimeräthin immer mehr den Charakter des zärtlichſten Freundſchaftsverhältniſſes annahm, als wenn Keine ohne die Andere auch nur einen halben Tag leben könne.
Betty war faſt beſtändig um die Geheimeräthin; das vornehme Haus mit ſeinen glänzenden Féten, ſeiner reichen Geſelligkeit und heiteren Lebensluſt hatte be⸗ greiflicherweiſe für den flüchtigen und vergnügungsſüch⸗ tigen Sinn des jungen Mädchens eine ungleich größere Anziehungskraft, als die beſcheidene Wohnung des Pflegevaters mit dem knappen, faſt dürftigen Zuſchnitt, wo der Rauch aus der Küche in die kleinen Zimmer drang und ein vornehmer Beſuch immer nur mit pein⸗ licher Verwirrung empfangen werden konnte. Was half ihr da all ihr Liebreiz, ihre Schönheit, wo jeder Ge⸗ genſtund der kleinbürgerlichen Umgebung daran erin⸗ nerte, daß ſie doch nur die Tochter armer Wandercomö⸗ dianten ſei; ja, was half ihr ſelbſt der Ruhm des Pflegevaters, wenn ſie dabei nur langweilige Geſichter, pedantiſche Gelehrte und obſcure Künſtler zu ſehen bekam,
die Alle blos kamen, um den großen Ekhof kennen zu 3


