Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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hohl, geiſtesleer und langweilig, daß eben nur dietiefere Beobachtung, das eigentliche Studium ihrer Individua⸗ litäten ſie dem denkenden Künſtler intereſſant und ge⸗ nießbar machen kann. Aber eben darum darf er ihr nicht aus dem Wege gehen; denn je mehr ſich hier das allgemein Menſchliche und Natürliche unter angekün⸗ ſtelten unſchönen Formen verſteckt, je mehr es ſich ver⸗ leugnet, um ſo dringender iſt der Schauſpieler aufge⸗ fordert, es gleichſam aus ſeiner falſchen und fremdar⸗ tigen Umhüllung herauszuſchälen und ihm zu ſeiner wahren Geltung auf der Bühne zu verhelfen.— Der Fürſt, der Staatsmann, der Prälat, die Ihr darſtellen wollt, müſſen genau ſo ausſehen und ſich benehmen, daß ihre Standesgenoſſen im Zuſchauerraum Euch, ſo lange die Täuſchung währt, als ebenbürtig anerkennen; aber zugleich müſſen Letztere auch an ihrer Copie wahr⸗ nehmen, was ihnen ſelber an innerem menſchlichen Ge— halt, an Naturwahrheit und Lebenswärme abgeht; mit anderen Worten: der Ariſtokrat in der Loge muß wün⸗ ſchen, ſeinem Ebenbild auf der Bühne, je nach dem Cha⸗ rakter der Rolle, ſo ähnlich zu ſein oder ſo unähnlich wie möglich. Darum beißt in Gottesnamen in den ſaueren Apfel, liebe Kinder, und macht unſerer gnädi⸗ gen Frau„Unruhe“ die nach ihrer Meinung ſchuldige