Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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genſatz zwiſchen dem wahren ſchönen Leben der Kunſt und Poeſie, und dem erkünſtelten, auf Oſtentation be⸗ rechneten Weſen der Eitelkeit und Gefühlsziererei ken⸗ nen lernen und Ekhof ſelber mußte des lieben Frie⸗ dens halber ſeine Schüler auffordern, der ſchon wegen des langen Verſäumniſſes tief beleidigten Muſe von Gotha in allem Glanze der parfümirten Etikette ihre Aufwartung zu machen.

Er ergriff jedoch dieſe Gelegenheit, um ihnen zu⸗ gleich eine für den Schauſpieler höchſt wichtige Lehre für ihre Kunſt zu geben, indem er ſagte:

„Unſereiner kann nicht eifrig genug bei allen Stän⸗ den der Geſellſchaft in die Schule gehen, nicht hoch, nicht tief genug ſteigen, um Menſchen von jeder Klaſſe, jedem Berufe kennen zu lernen und ſie in der ihnen durch Geburt und Schickſal angewieſenen Sphäre zu beobachten. Denn anders trägt ſich, zum Exempel, die Eitelkeit im Bauernrock, anders im beſternten Treſſenkleid; und ein Graf auf der Bühne, der wie ein Schneider umherſtolziren wollte, würde von dem Gra⸗ fen in der Loge nach Verdienſt ausgelacht und verachtet werden. Unſere vornehme Geſellſchaft iſt freilich äußerlich in ſo ſteife, unnatürliche Formen eingepreßt, erſcheint dabei dem erſten flüchtigen Eindruck nach ſo