Teil eines Werkes 
2. Band (1863)
Entstehung
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Sie wußten, daß in dem äſthetiſchen Zirkel der Ge⸗ heimeräthin nur Franzöſiſch geſprochen wurde, daß auf ihrem Liebhabertheater, wo gleichfalls nur franzöſiſche Stücke Gnade fanden, es den Darſtellenden ſelbſt in den zärtlichſten Scenen nicht erlaubt war, ſich einander mit den Händen zu berühren, geſchweige denn zu um⸗ armen, was für eine beiſpielloſe Verletzung des feinen Anſtandes, der Bienſéance gegolten haben würde; An⸗ laß genug für drei junge, ihrer goldnen Freiheit zum Erſtenmal ſich bewußte Geſellen, dieſes Haus und ſeinen ſteifförmlichen Cultus ausländiſcher Literatur und Kunſt zu meiden und ſich weder durch die in Ausſicht geſtellten Genüſſe und Annehmlichkeiten, noch durch die Furcht vor der Geheimeräthin großem Einfluß in Sa⸗ chen des guten Geſchmacks dahin verlocken zu laſſen. Die Geheimeräthin hätte beinahe vor Aerger über die vereitelte Hoffnung ihres Ehrgeizes Krämpfe be⸗ kommen, da ihr der Kammerregiſtrator nach einigen Tagen das Vergebliche ſeiner Bemühungen mittheilte. Zwar verſchwieg er ihr dabei vorſichtig die Spottreden und Witzeleien der jungen Leute über ihre äſthetiſche Geſchmacksrichtung; indeſſen ließ er doch mit einiger Schadenfreude durchblicken, daß eine gute Portion ge⸗ nialer Ungebundenheit ſämmtlichen drei Herrn nicht ab⸗