Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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Unſere heutigen Künſtler werden nur ſchwer die ſtürmiſche Freude der jungen Männer begreifen, wenn wir bemerken, daß der Gehalt Iffland's volle fünf Thaler, dagegen derjenige Beil's, der ſich bereits im Beſitze einer beträchtlichen Anzahl von einſtudirten Rollen befand, ſechs Thaler für die Woche betrug; da⸗ für hatte freilich der Erſtere vier, der Andere nur drei Klafter Holz aus den herzoglichen Forſten zu beanſpru⸗ chen. Und dennoch war dies ein für die damalige Zeit ſchon immerhin brillanter Anfang für junge dramatiſche Talente; denn der treffliche Ekhof ſelber bezog nur einen Wochengehalt von zwölf Thalern und neun Klafter Holz jährlich, hatte jedoch freilich als beſondere Vergünſti⸗ gung noch die Ausſicht, in Theuerungszeiten ſeinen Mehlbedarf zu ermäßigtem Preiſe aus den herzoglichen Magazinen beziehen zu dürfen. Merkwürdiger als die⸗ ſes war jedoch ein weiterer, mit ſeinem Amte als her⸗ zoglicher Theaterdirector verbundener Vortheil, der da⸗ rin beſtand, daß der Altmeiſter der deutſchen Schaubühne Braugerechtigkeit hatte! Ob er dieſelbe jemals praktiſch ausgeübt habe, darüber liegt uns zwar keine beſtimmte und beglaubigte Nachricht vor; indeſſen dürfen wir wohl aus ſeiner Eigenſchaft als Ehrenpräſes am Stammtiſche derdrei Kronen mit einiger Gewißheit