Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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den Schluß ziehen, daß er das Geſchäft mit Hopfen und Malz wahrſcheinlich Anderen überlaſſen und es vorge⸗ zogen habe, ſeinen Zeitgenoſſen allein den Trank aus dem Borne der ewigen Schönheit zu kredenzen.

Das Hoftheater mit ſeinen Räumlichkeiten befand ſich im untern und erſten Stocke des ſüdweſtlichen Pavillons des herzoglichen Reſidenzſchloſſes Friedenſtein; es war klein,(eine, Nußſchale nannte es ſpäter der große Eßlair) aber geſchmackvoll und den Bedürfniſſen von Hof und Stadt entſprechend angelegt, beſtand aus einem Par⸗ terre mit Orcheſterraum und einer einzigen Logenreihe, hatte aber vor allen anderen ſtehenden Hofbühnen Deutſchlands den bedeutenden Vorzug voraus, daß ſich in ſeinen Räumen bei jeder Vorſtellung ein Publikum verſammelte, welches, was Bildung und geläuterten Kunſtſinn anbelangte, keiner noch ſo großen Stadt nach⸗ ſtand, ja die meiſten ſogar darin übertraf.

Was hätten mithin junge ſtrebſame Talente Höhe⸗ res wünſchen und erreichen können, als Aufnahme in eine Anſtalt, die ein edler hochgebildeter Fürſt ſtiftete, die der Genius eines Ekhof leitete und belebte, und die darum als vorzügliche Schule für angehende Künſtler den erſten Rangunter den deutſchen Bühnen behauptete.