junge böhmiſche Graf Podiebrad von Schlakkenwerd, einer der reichſten Magnaten Böhmens, der ſich aus Liebe und Begeiſterung für die Schauſpielkunſt mit ſei⸗ ner Familie überworfen hat, ſeine glänzende Stellung in der Geſellſchaft aufgab und das romantiſche Leben eines wandernden Künſtlers jedem anderen Beruf vor⸗ zog. Da er ſich mit der Hoffnung ſchmeichelte, daß ſeine Perſon in hieſiger Reſidenz unbekannt ſei, wollte er bei unſerer Hofbühne unter ſeinem angenommenen Namen die ſo glücklich begonnene Laufbahn fort⸗ ſetzen; nun aber fügt es der Zufall, daß einer ſeiner nächſten Verwandten mütterlicherſeits, der am Kaiſer⸗ hofe zu Wien in größtem Anſehen ſteht, gerade in einer wichtigen diplomatiſchen Miſſion hierherkommt; vorge⸗ ſtern nach der Hoftafel ſteht dieſer Herr mit noch anderen vornehmen Perſonen in großer Galla an einem Fenſter des Schloſſes und erzählt ihnen eben die unglückliche Geſchichte von dem verſchwundenen künftigen Beſitzer der größten böhmiſchen Grafſchaft, ſiehe, da prome⸗ nirt ein junger Mann in einem weißen Kaſtorhut, leicht und wohlgemuth mit einem Spezierſtöckchen durch die Luft ſchlagend, unter den Fenſtern des Schloſſes durch die Anlagen. Der kaiſerliche Diplomat erblickt ihn, ſchreit: „Mon dieu, mein theuerer Neveu Podiebrad!“ ſtürzt
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