ſeiner ſchönen Kunſt zu thun. Beſtehe ich dieſe Probe nicht, ſo kehre ich unverweilt in's Vaterhaus nach Hannover und zu meinen Studien zurück, und Ekhof's dortige Freunde, welche auch die unſeres Hauſes ſind und mich mit Empfehlungsbriefen an ihn verſehen ha⸗ ben, werden mich nicht länger mehr in der Einbildung be⸗ ſtärken, daß ich entſchiedenen Beruf zum Schauſpieler beſäße.— Aber Herr Ekhof iſt krank, ſagen Sie, ſehr krank? Und doch hörte ich vor drei Tagen in Münden, er habe bereits wieder die Bühne betreten?“
„Wie ein kranker Feldherr das Schlachtfeld, wie der alte Löwe die Arena,“ ſagte der Alte, in deſſen Miene während dieſer ebenſo ruhigen als beſtimmten Erklärung des Jünglings abermals eine merkwürdige Veränderung vorgegangen war. Denn obwohl er mit geſenkten Blicken, das Haupt ein wenig nach Vornen ge⸗ neigt, in ſeiner ſtattlichen Haltung verharrte, ſo war doch der finſtere Zorn in ſeinem Antlitz einem theilnahm⸗ vollen Ernſte, einer ſinnenden Schwermuth gewichen, bis er nach einer längeren Pauſe das geſenkte Haupt wieder emporrichtete, den jungen Menſchen wie ſchon einmal mit dem ihm eigenthümlichen Blinzeln der Au⸗ gen forſchend anblickte, dann aber, anſtatt ihm zu ant⸗ worten oder ihm auch nur ſeinen Namen zu ſagen, mit


