Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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hob ſich ſeine Bruſt mehrmals wie unter einem ſchwe⸗ ren Alpdruck, tiefe Bläſſe und flammende Röthe wech⸗ ſelten auf ſeinem Antlitz, dann brach er in ein krampf⸗ haftes Schluchzen aus und rief mit bewegter Stimme: Wär' ich doch immer der Liebe dieſer herrlichen Mutter würdig geweſen! Gewiß, mein Herr, mir ſehen Sie es nicht an, welch' eine ſeltene Frau meine Mutter iſt! Und wie hab' ich ihrer treuen zärtlichen Liebe, ihrer unendlichen Herzensgüte gelohnt die ſie ſo viele Jahre an den undankbarſten der Söhne ver⸗ ſchwendete! Ja, runzeln Sie nur finſter die Stirne, mein Herr, und ändern Sie ſo ſchnell als möglich Ihre voreilige günſtige Meinung von mir; Sie haben mich an meine theure Mutter erinnert und ſollen darum auch von mir erfahren, daß ich meinen guten Eltern ſchon mehr Kummer und Herzeleid verurſacht habe, als ich ſelbſt vor einem Unbekannten verantworten kann. Ei, das ſollte mir ja wirklich herzlich Leid um Sie thun, erwiederte der alte Herr kopfſchüttelnd im Tone des gebildeten Weltmannes und mit einer Miſchung von Theilnahme und Staunen über dieſen leidenſchaft lichen Gefühlsausbruch, der ihn freilich auf eine ſchmerz⸗ liche Schuld im Leben des unbekannten Jünglings ſchließen kieß, aber ganz gewiß auch auf ein unverdor⸗