Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
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ausgefallen ſein; denn ſchnell wich der zornige Aus⸗ druck ſeiner Miene einer wohlwollenden Theilnahme, ſeine ſtolz gebietende Haltung verwandelte ſich wieder in die Geſtalt des gutmüthigen friedlichen Alten, ſchmunzelnd fuhr er ſich mit der Hand über das faltige Kinn, brummte einige unverſtändliche Worte in den Bart und ſagte zuletzt mit einer Stimme, deren herz⸗ lichem Tone am wenigſten ein Jüngling in fremdem Lande hätte widerſtehen können:

Red' auch Er mich nur immer franchement mit Er an, junger Mann, wenn Er ſich durch meinen vor⸗ hinigen barſchen Ton incommodirt fühlt. Denn Er hat ein freies offenes Auge, das mir einen verſtändi⸗ gen Sinn, ein warmes Gemüth verräth, empfänglich für alles Schöne und Gute in der Welt ah, ich möchte hier auf der Brücke zwiſchen Gotha und Sund⸗ hauſen Eins gegen Hundert wetten, Seine Frau Mutter iſt eine feine charmante Frau!

Mit dieſer Behauptung, im Ton und Blick der ſicherſten Ueberzengung ausgeſprochen, hatte der merk⸗ würdige Alte den jungen Wanderer allerdings an ſei⸗ nem innerſten Herzen gefaßt; denn plötzlich ward in dieſem ein Sturm von Empfindungen lebendig, dem der Jüngling nicht lange zu widerſtehen vermochte; erſt