den heimlichen Horcher und Aufpaſſer für fremder Leute Geheimniſſe zu machen?“
War es nun der, trotz dieſes zornigen Ausbruchs hervortretende Geſammteindruck ſeiner edlen und ver⸗ trauenerweckenden Perſönlichkeit; war es das durch dieſen harten und ungerechten Verdacht beleidigte Ehr⸗ gefühl des jungen Menſchen, was dieſem ſchnell ſeine Feſtigkeit zurückgab, genug, der Jüngling hielt den durchbohrenden Blick des alten Herrn mit Ruhe aus und erwiederte dann noch kecker und launiger, als ihm vielleicht innerlich zu Muthe ſein mochte:
„Das Er verbitt' ich mir vornweg, mein Herr, und was den heimlichen Horcher und Aufpaſſer auf offener Landſtraße betrifft, ſo bedaure ich wirklich recht ſehr, daß Sie Ihren Monolog nicht mitten auf der Lüneburger Haide gehalten haben, wo Sie gewiß vor Spionen ſicher geweſen wären.“
„Man ſcheint in der Kunſt der Dialektik bereits einige erkleckliche Fortſchritte gemacht zu haben,“ ſagte der Alte, dem dieſe dreiſte Antwort keineswegs zu miß⸗ fallen ſchien, mit einem Anflug von ironiſcher Laune. Er faßte nun auch ſeinerſeits ſeinen jungen Widerſacher aufmerkſamer in's Auge und das Reſultat ſeiner kurzen Prüfung mußte jedenfalls zu Gunſten des Letzteren
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