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elend verhungern mußte.— Ach Stephan! Stephan! Wär ich doch nicht der ſchwache weichherzige Thor gewe⸗ ſen und hätte Dir, ſtatt der fruchtloſen Ermahnungen, täglich das Schickſal Deines unglücklichen Vaters als warnendes Exempel vorgehalten, wer weiß, ob ich dann jetzt ſo großen Kummer an Dir zu erleben brauchte!“ Nach dieſem in der ſchmerzlichſten Bewegung ge⸗ führten Selbſtgeſpräch, das ein ungemein ausdrucks⸗ volles Geberdenſpiel begleitete, wollte der Alte in der Richtung nach dem Dorfe über die Brücke gehen, als er des jungen Fußreiſenden anſichtig wurde. Ein Blick in deſſen verwunderte Miene ſagte ihm, daß der Jüng⸗ ling jedes ſeiner Worte gehört habe, was ihm keinen kleinen Verdruß zu verurſachen ſchien. Denn raſch und mit einer ſtolz gebietenden Haltung, die zu ſeiner noch eben gebeugten Geſtalt einen merkwürdigen Ge⸗ genſatz bildete, trat er auf den jungen Menſchen zu, der vor dem zermalmenden Feuerblitz ſeiner zornfunkeln⸗ den Augen und vor der ganzen ſo plötzlichen wunder⸗ baren Verwandlung im Aeußeren des alten Herrn beſtürzt einen Schritt zurückwich, und herrſchte ihn mit mächtiger Stimme an: „Was hat Er hier zu ſchaffen? Warum geht Er nicht Seiner Wege, anſtatt auf offener Landſtraße


