Teil eines Werkes 
1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

niaturbild hervor, das er zuerſt eine Zeitlang wehmü⸗ thig betrachtete und dann mit Inbrunſt an die Lippen drückte, wobei er mit einem ſchmerzlichen Blick nach Oben die Worte flüſterte:O mein guter Vater, zürne mir nicht, daß ich Dich verlaſſen habe und verſage mir nicht länger Deinen Segen zu dem Gelingen mei⸗ nes innigſten Seelenwunſches.

In dieſem Augenblick ertönte die Abendglocke von Sundhanſen und der Jüngling bemerkte zu ſeinem Er⸗ ſtaunen, wie der alte Mann bei dieſem Klange zuerſt heftig auffuhr, dann beide Hände zuſammenſchlug und erſchüttert ausrief:

Ach mein armes Fränzchen! Da ruft es mich wieder zu ſich und ich vergeſſe über den böſen Buben ſeiner Trübſal und wie ſchmerzlich es mein langes Aus⸗ bleiben empfinden wird! Iſt's mir doch, als hört' ich im Glockenton ihre wehklagende Stimme; fort darum und hin zu ihr, ehe die alten Aengſten und Schreckbil⸗ der ihre arme Seele wieder heimſuchen und ſie ſich gar, wie ſchon einmal, einbildet, ich hätte ſie treulos verlaſſen, wie ihr Schwager Steinbrecher einſtmals die Schweſter verließ, wofür ihn freilich Gottes Strafge⸗

richt ſpäter furchtbar genng erreicht hat, ſo daß er auf halbfaulem Stroh in einem fuldaiſchen Bauerndorfe