Teil eines Werkes 
3. Band (1872)
Entstehung
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Gotte! ſagte Herr Werner und drückte dem jungen Collegen herzlich die Hand. Die drei Herren unterzeich⸗ neten, und das Intereſſe an dieſem kleinen Acte hinderte die Anderen wahrzunehmen, daß Otte in großer Be⸗ wegung die Farbe gewechſelt hatte. Sobald er ſich aus dem Kreiſe entfernen konnte, ohne aufzufallen, ſtahl er ſich davon und ſuchte Julien im Garten auf. Endlich fand er ſie in einer fernen Laube mit Hedwig auf und ab gehend in angelegentlichem Geſpräch. Er hatte ſie ſeit dem Tage, wo er nach ſeiner Loslaſſung aus der Haft den Schweſtern ſein Beileid über den Tod ihrer Mutter ausgedrückt, nur ſelten geſehen, und nie wieder unter vier Augen mit ihr geſprochen. Sein haſtiges Nahen und ſeine ſichtliche Bewegung trieben ihr augenblicklich das Blut in die blaſſen Wangen und ſie hielt ſich an Hedwig's Arm mit den Worten:Bleibe bei mir, Schweſter! Laß uns nicht allein!

Julie, iſt es wahr? fragte er mit einer Haſt, welche an ihm auffallen mußte.Sie haben Ihren Geſchäftsantheil verkauft? Sie wollen uns verlaſſen? Iſt es möglich? Was kann Sie hierzu bewegen?

Julie zuckte die Achſeln und entgegnete befangen: Geſundheitsrückſichten, Bedürfniß der Ruhe, lieber Freund! Die jüngſten Ereigniſſe haben mich tiefer erſchüttert, als ich ſelbſt glaubte.