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wenn auch alles ſo wäre, wie Ihr es ſchildert, ſo
möchte ich doch mein Glück nicht aus Eurer Hand an⸗ nehmen! Lieber mein Stückchen trockenes Brod ehrlich und mühſam verdienen, als reich ſein und gute Tage haben mit Euch zuſammen! Ich verabſcheue Euch, ich will nie wieder etwas mit Euch zu thun haben!“
„Na, wie Du willſt, Kätzchen!“ verſetzte das Weib ſchadenfroh und boshaft.„Fauche nur und kratze, Du Balg, ich will Dir's ſchon mit Wucherzins heimgeben. Hatt' es gut mit Dir gemeint, indem ich Halbpart machen wollte; nun kannſt Du mir aber kommen und knie⸗ fällig vor mir herum rutſchen und mich bitten, daß ich Dir helfe, und wenn ich Dich vom Verhungern retten könnte durch Krümmen eines Fingers, ſo thu' ich's nicht“,— ſetzte ſie mit einer wilden Verwünſchung hinzu.
„Oho“, ſagte Hedwig, in welcher die Erinnerung an all' die Unbill, welche ſie ehedem von dieſem Weibe
erlitten hatte, mit einem Male wieder mächtig auf⸗
ſtieg,—„ich bedarf Eurer gar nicht, Lisbeth; ich habe arbeiten gelernt, ich habe andere Beſchützer, und habe mein Recht für mich und meine Ehrbarkeit! Geht Ihr hin zu Euresgleichen, Lisbeth, zu Euren Vagabunden und Zuchthausriegeln, und glaubt mir, daß ich es eher noch erleben werde, daß Ihr bettelnd an meine Thüre


