——————— 2
6
ſind, welche darthun, daß Deine Mutter die Enkelin des alten Maruſchke war. Verſprich mir Halbpart von Allem, was erben magſt, und ich ſchaffe Dir 5 die Papiere.
„yr wolt zi nur wieder betrügen quälen“, ſagte Hedwig, und ſuchte ihre Hand loszumachen;„ich traue Euch nicht; ich weiß, daß Ihr kein Anrecht an mich habt, daß Ihr nicht meines Vaters Gattin wart!“
„Alberne Gans, aber ich habe trotzddem Dein Ge⸗ ſchick in meiner Hand! Brauche ja nur zu ſagen, ſo wiegt mir ein Anderer die Papiere mit Geld auf, wirft ſie in's Feuer und Du biſt Lebenslang eine Betteldirne, wenn Dir nicht Dein ſchmuckes Lärvchen auf eine Weile einen Beſchützer ſchafft. Alſo wähle. Gieb mir Halb⸗ part und ich mache Dich reich,— im andern Fall ver⸗ kauf' ich die Papiere.“
„Letzteres ſähe Euch ähnlicher, wenn Ihr ſie wirk⸗ lich hättet“, erwiderte Hedwig mit unverhohlenem Ab⸗ ſcheu.„Aber ich will Euch meinen Beſcheid ſagen, Weib“, fuhr ſie mit einer wilden Energie fort und ihr dunkles Auge ſchoß Blitze,—„Ihr habt eine freche Stirn zu Lügen und falſchen Eiden, und ich hab' Euch 3 niemals getraut. Vielleicht ſeid Ihr dieß einzige Mal ehrlich, aber ich kann Euch doch nicht glauben, denn


